Geschichte der Jungengruppe

Mein Name ist Brendan. Ich bin seit 2001/2002 in der Jungengruppe Ottersberg. Ottersberg?  Nein nicht immer, begonnen haben wir auf einem  Gelände in Fischerhude. Dort haben wir Holz gesammelt und gesägt. Nachdem wir ca. 5 Raummeter Holz gesammelt, getrocknet und gestapelt hatten (damals waren wir nur zu zweit, Christian Roskothen und ich), mussten wir aus organisatorischen Gründen den Platz aufgeben. So wurde ab 2003 unser regelmäßiger Treffpunkt das damalige Atelier von Christian, schon bald kamen die ersten „Neulinge“ dazu. 2005 hat uns ein Förster einen Wald in der Nähe von Quelkhorn zur Verfügung gestellt. Wir durften dort auch Fichten fällen, entrinden und glätten, die später als Stangen für unser Tipi dienen sollten. 2006 hatten wir dann endlich ein neues Tipi, konnten es aber nicht aufbauen, weil die Nachbarn meinten, dass wir die Vögel und Tiere im Wald stören würden (inzwischen waren wir auch wieder mehr Kinder geworden). Also?! Wieder umziehen! Zurück zum Atelier von Christian und die Tipi Stangen erst mal zwischenlagern. In der Zwischenzeit haben wir des Öfteren kleine Expeditionen gestartet, wir sind die Flüsse entlang gelaufen, haben darin gebadet und getaucht. Hin und wieder im Winter haben wir uns dann auch mal eine Zeit lang nicht getroffen, da es einfach zu kalt war.
Da immer mehr Kinder dazu kamen, mussten wir uns nach einem neuen Platz umsehen. Eines Tages dann im Winter/Frühjahr 2007 hatten wir endlich ein Grundstück gefunden, welches uns geeignet erschien: Am Tütenbrook in Ottersberg.
Mit unserem Tipi und den angefertigten Stangen, fest auf einem alten klapperigen Anhänger eines Bauern festgezurrt, sind wir umgezogen. Auf einer Lichtung haben wir das Tipi aufgebaut. Fertig? Nein!  Was wir nun brauchten, waren eine Feuerstelle und Werkzeug. Werkzeug war schnell aufgetrieben, wir fällten tote Bäume (lebende durften wir unter keinen Umständen fällen) und sammelten somit in relativ kurzer Zeit eine Menge Holz, das wir sägten und spalteten. In den Sommerferien gab es immer eine kleine Freizeit mit Übernachtung auf dem Platz, das war eine tolle Zeit! Abends haben wir lange am Lagerfeuer im Tipi gesessen und Lieder gesungen, auf der Gitarre geklimpert oder einfach im Wald Verstecken gespielt. Außerdem haben wir Kanutouren auf der Wümme gemacht und sogar ein Floß gebaut, dass dann auch wirklich geschwommen ist.
Inzwischen bekamen wir auch hin und wieder Besuch, jedoch nicht solchen, über den man sich freut. Zuerst fing alles recht harmlos an, mit Bierflaschen neben der Feuerstelle, dann wurde unser Tipi aufgeschlitzt, leider so stark dass wir ein neues benötigten. Und als wäre das noch nicht genug gewesen, haben sie unseren Werkzeugschrank komplett demoliert, und alle Beile (10 Stück waren das bestimmt) entwendet. Unser ganzer Stolz war dahin! Holz hacken? Nicht mehr möglich! Aus Vorsicht wurden erst einmal keine neuen Werkzeuge angeschafft.  Als krönender Abschluss wurde 2011 das Tipi in den Sommerferien komplett entwendet! Alle waren entsetzt! Sogar die Zeitung hat darüber berichtet. Die Polizei versprach, ihr Möglichstes zu tun. Christian, der bis dato immer unser "Alphatier" war, begann zu zweifeln. Nach langer Überlegung entschloss er sich, das Projekt zum Herbst zu beenden, was wiederum einen großen Aufschrei der Jungen mit sich führte. Das Projekt durfte nicht sterben. In den Herbstferien 2011 kam die Rettung, der Vater eines Jungen, ein Sozialpädagoge, hat die Gruppe übernommen, und versprochen, sie wieder aufzubauen. Er hat einen gemeinnützigen Verein gegründet und sucht nun nach Spendengeldern. Und siehe da, wir sind wieder die Jungengruppe, wie sie sein sollte!
Wir Kinder (ich spreche jetzt einfach mal für alle, da ich diese Meinung so aus den Aussagen der Kinder entnehme) sind froh, dass es solch ein Angebot gibt. Sicherlich gibt es noch offene Fragen, und es ist noch längst nicht alles perfekt. Aber wir sind wahrlich Stolz darauf, dass wir es bis hierhin geschafft haben!


Brendan zählt sich noch zu den Kindern dazu, wenn er über die Jungengruppe spricht, mittlerweile ist er erwachsen. Er hat sich für eine Ausbildung zum Beruf des Erziehers entschieden, wir drücken ihm fest die Daumen. Er steht der Jungengruppe weiterhin als hilfreicher Teamer zur Verfügung.

Jonathan, ein anderer "grosser Junge", hat uns bis vor kurzem regelmäßig begleitet und ebenfalls viel geholfen. Er absolviert derzeit eine Ausbildung zum IT-Fachmann.

Brendan und Jonathan haben beide gesagt, dass die Jungengruppe in ihrem Leben eine so grosse Rolle gespielt hat, und ihnen so viel gegeben hat, dass sie auf keinen Fall aufgegeben werden darf. Sie haben sich in der Zeit des Wechsels sehr für einen Fortbestand der Jungenarbeit eingesetzt und keine Mühe gescheut. Vielen Dank dafür.

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